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Propädeutikum

Psychotherapeutische Basiskompetenz. Das Propädeutikum ist der erste gesetzlich vorgeschriebene Teil der Psychotherapieausbildung. Es ist Voraussetzung zur Aufnahme in das Fachspezifikum (PthG, BGBl. Nr. 361/ 1990). Im Theorieteil des Propädeutikums erfolgt die Heranführung an psychotherapeutische Schulen und Grundkonzepte. Die praktischen Teile eröffnen vertieftes Verstehen des eigenen Handelns und verbessern die Kompetenz im positiven Umgang mit anderen. Es entspricht der langjährigen Arbeitsweise der ÖGWG, zu den theoretischen Inhalten der Seminare den jeweils praktischen und persönlichen Bezug herzustellen. Die persönliche Erfahrung und praktische Anwendbarkeit steht ganz klar im Vordergrund.

Das persönlichste Propädeutikum. Die ÖGWG und der personzentrierte Ansatz leben in einer langen Tradition der Verlässlichkeit und Orientierung auf persönliche Beziehung. Wir legen Wert darauf, die Teilnehmer*innen unseres Psychotherapeutischen Propädeutikums in diesem Geist personenbezogen bestmöglich zu unterstützen. Wie in keinem anderen vergleichbaren Lehrgang soll durch wertschätzende Beachtung der Teilnehmer*innen und ihrer individuellen Bedürfnisse persönliches Wachstum ermöglicht werden.

Theorieseminare mit praktischem Bezug. Die theoretischen Themen des Psychotherapeutischen Propädeutikums (765 Stunden in 32 Seminaren) spannen einen weiten Bogen über das psychosoziale Feld. Theorien der psychotherapeutischen Schulen werden vermittelt, ebenso relevante Konzepte aus Psychologie und Medizin (Persönlichkeitstheorien, Allgemeine Psychologie, Entwicklungspsychologie, Psychologische Diagnostik, medizinische Terminologie, Psychiatrie, Psychopathologie, Psychosomatik, Psychopharmakologie). Weiters sollen Psychotherapieforschung sowie Forschungs- und Wissenschaftsmethodik in verständlicher Weise näher gebracht werden. Praxisbezogene Themen wie Psychosoziale Interventionsformen, Erste Hilfe und Krisenintervention sind wichtige Bestandteile der Ausbildung. Der Überblick über das soziale Feld wird mit den Themenbereichen Rehabilitation, Sonder- und Heilpädagogik, Ethik sowie den gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen abgerundet.

Unmittelbares Erleben im Praktikum. In bis zu drei Einrichtungen des psychosozialen Feldes sind Praktika im Ausmaß von 480 Stunden vorgesehen. Begleitende Teilnahme an einer Praktikumssupervision in der Dauer von 20 Stunden hilft die Erfahrungen und Erlebnisse im Verlauf des Praktikums zu reflektieren, zu verarbeiten und seine eigenen Reaktionen kennen zu lernen.

Einzel- oder Gruppenselbsterfahrung in der Dauer von 50 Stunden soll eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der Motivation und Eignung zum Beruf Psychotherapeut*in sein, und das Kennenlernen der Arbeitsweise von psychotherapeutischen Schulen ermöglichen.

Lehrinhalte

Lehreinheiten

A.1/1 Tiefenpsychologie 30
A.1/2 Systemische Therapieschulen 30
A.1/3 Humanistische Therapieschulen 30
A.1/4 Lerntheoretische Schulen / Verhaltenstherapie 30
A.2. Persönlichkeitstheorien 30
A.3.a. Allgemeine Psychologie 30
A.3.b. Entwicklungspsychologie 30
A.4. Rehabilitation, Sonder- und Heilpädagogik 30
A.5. Psychologische Diagnostik und Begutachtung 1-3 60
A.6. Psychosoziale Interventionsformen 1-3 60
B.1. Einführung in medizinischer Terminologie 30
B.2.a. Psychiatrie 1-3 60
B.2.b. Kinder- und Jugendpsychotherapie 30
B.2.c. Psychosomatik 15
B.2.d. Gerontopsychotherapie 15
B.3. Pharmakologie 1-2 45
B.4. Erste Hilfe in der psychotherapeutischen Praxis 15
C/A Allgemeine Grundlagen der psychotherapeutischen Forschungs- und Wissenschaftsmethodik 20
C/B Psychotherapeutische Forschungs- und Wissenschaftsmethodik B: Qualitative Forschung 20
C/C Psychotherapeutische Forschungs- und Wissenschaftsmethodik C: Psychotherapeutische Forschung 15
C/D Psychotherapeutische Forschungs- und Wissenschaftsmethodik D: Quantitative Forschung 20
D. Ethik 30
E.1. Soziale Rahmenbedingungen für die Ausübung der Psychotherapie 30
E.2. Rechtliche Rahmenbedingungen für die Ausübung der Psychotherapie 1-2 60

 

Das Gesetz verlangt, dass

  • das Praktikum im Rahmen von maximal drei Einrichtung des Gesundheits- und Sozialwesens, die der psychosozialen Versorgung der Bevölkerung dient und der neben dem Leiter noch mindestens zwei fachlich qualifizierte Mitarbeiter angehören, absolviert wird.
  • der Umgang mit verhaltensgestörten, kranken oder leidenden Personen gegeben ist.
  • das Praktikum unter fachlicher Anleitung und Aufsicht des Leiters der Einrichtung oder eines Stellvertreters erfolgt.
  • die Tätigkeit nicht länger als 5 Jahre vor Anmeldung zum Propädeutikum zurückliegt. Diese Frist gilt auch für die praktikumsbegleitende Supervision.
  • mind. 480 Stunden absolviert werden.

Die Liste der vom Bundesministerium für Gesundheit anerkannten Praktikumseinrichtungen finden Sie unter folgendem Link:  Onlinesuche Einrichtungen. (In der Rubrik "Ausbildungsart" ist die Kategorie "PTH propädeutische Praktika" zu finden.) Diese Liste dient der Orientierung. Die Praktikumsorganisation muss nicht verpflichtend aufscheinen, wenn die oben genannten Kriterien erfüllt werden und aus der schriftlichen Bestätigung hervorgehen, zumal diese Website seit 2014 nicht mehr gewartet bzw. aktualisiert wird.

Empfohlenes Formular für die Bestätigung des Praktikums im Rahmen des psychotherapeutischen Propädeutikums hier zum Download!

Die Praktikumssupervision im Ausmaß von insgesamt 20 Einheiten soll/kann überwiegend in Gruppensupervision stattfinden. Die Praktikumssupervisor*innen müssen zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme seit 5 Jahren eingetragene Psychotherapeut*innen sein (Link zur Liste des Bundesministeriums, in der Sie nach eingetragenen Personen suchen können: PTH-Suche).

 

Die Praktikumssupervision soll nach Möglichkeit im selben Zeitraum stattfinden, in dem auch das Praktikum absolviert wird, um eine unverfälschte, zeitnahe Reflexion zu ermöglichen.

 

Empfohlenes Formular für die Bestätigung der Praktikumssupervision im Rahmen des psychotherapeutischen Propädeutikums hier zum Download!

Auch die Selbsterfahrung muss bei seit mindestens 5 Jahren eingetragenen Psychotherapeut*innen erfolgen. Therapeut*in und Therapierichtung sind aus der Liste der eingetragenen Psychotherapeut*innen (siehe Liste des Bundesministeriums) grundsätzlich frei wählbar. Ab Herbst 2022 kommt es allerdings zu einer Neuerung, wonach mindestens 20 der obligatorischen 50 Einheiten im Einzelsetting zu absolvieren sind. Die ÖGWG empfiehlt, sich im Einzelsetting auf drei Psychotherapeut*innen einzuschränken. Weiters dürfen Gruppenselbsterfahrungen nur noch in zwei Grundorientierungen in Anspruch genommen werden. Die Selbsterfahrung dient unter anderem der Erlangung des Verständnisses über die gewählten psychotherapeutischen Schulen und einer Orientierung für die berufliche Zukunft.

Empfohlenes Formular für die Bestätigung der Selbsterfahrung im Rahmen des psychotherapeutischen Propädeutikums hier zum Download!

Die Ausbildung erstreckt sich in der Regel über 4 Semester. Wenn Sie uns Bestätigungen relevanter Vorausbildungen in Kopie zukommen lassen, können wir die Anrechenbarkeit einzelner Seminare gerne prüfen. Bei einer größeren Anzahl an Anrechnungen kann sich die Ausbildungsdauer verkürzen. Zu den relevanten Unterlagen gehören:

  • Ein (ECTS-)Rasterzeugnis
  • Das Curriculum der Vorausbildung
  • Der Nachweis über den positiven Abschluss der Ausbildung

Diese Unterlagen können Sie an das Anmeldeformular weiter unten anhängen. Die Anrechnung dauert im Schnitt etwa zwei Wochen. Zu Beginn eines Semesters kann es mitunter wegen der erhöhten Anzahl an Anmeldungen zu Verzögerungen kommen.

Die Teilnehmer*innen erhalten ein Abschlusszertifikat, das zur Teilnahme an einem Fachspezifikum berechtigt.

Zentrale Kursorte. Die ÖGWG bietet aktuell Propädeutika in LinzKlagenfurt und Wien an. In Linz finden die Seminare vor allem im Evangelischen Studentenheim nahe der Kepler Universität Linz statt. In Klagenfurt hat sich die Caritas Beratungsstelle (Hubertusstraße 5b) als Seminarort bewährt. In Wien steht für einen Großteil der Lehrveranstaltungen das ÖGWG-Seminarzentrum auf der Mariahilfer Straße (Nr. 89a / Top 19) zur Verfügung.

Individuelle Ausbildung. Wir planen unsere Lehrgänge so, dass die Teilnehmer*innen möglichst in dem von uns gebotenen zeitlichen Rahmen von 4 Semestern das Propädeutikum abschließen können. Teilnehmer*innen, die im selben Semester starten, bieten wir möglichst viele gleiche Seminare an, damit Austausch stattfinden und Erfahrungen gemeinsam gemacht werden können.

Berufsbegleitende Seminare. Die Kurse sind zeitlich so organisiert, dass sie berufsbegleitend absolviert werden können. Seminarwochenenden umfassen Freitagnachmittag, Samstag und fallweise Sonntag. Beginn ist jeweils am Freitag am frühen Nachmittag. Aufgrund der Prüfungsimmanenz besteht Anwesenheitspflicht. Sonntage werden, soweit es möglich ist, ausgespart, um den Erholungswert des Wochenendes zu erhalten. Um unseren Teilnehmer*innen auch einmal Urlaub und ausreichend Zeit außerhalb des Propädeutikums zu gönnen, wird von Mitte Juli bis Mitte September eine Sommerpause eingelegt. Im Allgemeinen finden während der Schulferien keine Veranstaltungen statt.

Ausbildungsbeginn. Neue Lehrgänge starten jeweils im Herbst (September) bzw. im Frühjahr (Februar). Es gibt keinen festgelegten Anmeldeschluss. Eine Einschreibung für einen Lehrgang ist möglich, bis die maximale Größe der Ausbildungsgruppe erreicht ist. Der nächste Lehrgangsstart mit freiem Fixplatz ist aktuell:

  • Frühjahr 2023 in Wien (10 freie Plätze per 14. Juni 2022)
  • Herbst 2022 in Klagenfurt (Lehrgang AUSGEBUCHT per 14. Juni 2022)
  • Frühjahr 2023 in Klagenfurt (20 freie Plätze per 14. Juni 2022)
  • Frühjahr 2023 in Oberösterreich (Lehrgang AUSGEBUCHT per 19. Mai 2022)

Wir bemühen uns die freien Startplätze und Lehrgangsstarts aktuell zu halten.

Für das Propädeutikum der ÖGWG ist kein Aufnahmeverfahren zu absolvieren. Laut Psychotherapiegesetz (§ 10, BGBl. Nr. 361/1990) muss aber für die Absolvierung eines Propädeutikums eine der folgenden Zugangsvoraussetzungen vorliegen:

  • in Österreich erfolgreich abgelegte Reifeprüfung, Studienberechtigungsprüfung oder Berufsreifeprüfung
  • abgeschlossene Ausbildung im Krankenpflegefachdienst bzw. im medizinisch-technischen Dienst
  • im EU-Raum erfolgreich abgelegte Reifeprüfung mit einer notariell beglaubigten Übersetzung des Reifeprüfungszeugnisses
  • im Ausland (außerhalb der EU) erworbener, der Reifeprüfung gleichwertiger Abschluss, der in Österreich nostrifiziert wurde.

Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, so kann beim Ministerium für Gesundheit ein Ansuchen um Sonderzulassung gestellt werden.

Kostentransparenz. Im Propädeutikum der ÖGWG gibt es keine Semestergebühren. So sind die für die Ausbildung anfallenden Kosten bereits zu Beginn zuverlässig kalkulierbar und von der Ausbildungsdauer unabhängig.

Zeitliche Verteilung. Nach Anmeldung zum Propädeutikum fällt eine einmalige Einschreibgebühr von 120 Euro an. Danach wird jedes Seminar einzeln verrechnet. Die Kursbeiträge sind bis 14 Tage vor Beginn der Veranstaltung zu überweisen. So bezahlen unsere Teilnehmer*innen zeitlich verteilt immer nur jene Seminare, die sie absolvieren. Für die Abschlussprüfung fallen einmalig 90 Euro an.

Kosten der einzelnen Seminare. Die Seminare kosten zwischen 113 Euro und 225 Euro, abhängig von der Stundenanzahl. Die meisten Seminare belaufen sich auf 150 Euro (20 Stunden) bzw. 225 Euro (30 Stunden). Die Gesamtsumme der Seminarbeiträge, für alle 32 Seminare des Propädeutikums beläuft sich auf 5.740 Euro. Diese Preise gelten für Lehrgänge ab Frühjahrssemester 2021 und sind für die gesamte Lehrgangslaufzeit gültig. Preisanpassungen erfolgen gegebenenfalls bei kommenden Lehrgangsstarts bzw. Wiedereinstieg. Gesamtpreisliste 2021 zum Download: hier

Sie haben näheres Interesse an unserem Propädeutikum? Wir freuen uns und stehen Ihnen jederzeit gerne für Detailfragen zur Verfügung! Unsere Kontaktdaten finden Sie ein Stück weiter unten.

Informationsveranstaltungen. Infoabende (Dauer ca. 1,5 Stunden) finden regelmäßig in Linz, Wien und Klagenfurt statt. Gerne können Sie sich bei Ihrem Kontakt im jeweiligen Bundesland dafür anmelden. Die nächsten Termine finden Sie hier. Wir freuen uns darauf Sie kennenzulernen!

Sie haben bereits einen Infoabend besucht oder sind auch ohne sicher, dass Sie das Propädeutikum der ÖGWG besuchen möchten? Dann finden Sie das Anmeldeformular gleich unterhalb der Kontaktdaten.

Lehrgangsleitung

Prim. Dr. David Oberreiter, MBA

Prim. Dr. David Oberreiter, MBA

Wissenschaftliche Leitung
Mag. Michael Rehrl

Mag. Michael Rehrl

Organisatorische Leitung

Regionale Leitung

Prim. Dr. David Oberreiter, MBA

Prim. Dr. David Oberreiter, MBA

Linz
Mag. Michael Rehrl

Mag. Michael Rehrl

Wien
Mag. Manfred Niederl

Mag. Manfred Niederl

Klagenfurt

Organisationsteam

Marija Schistek

Marija Schistek

Propädeutikum Oberösterreich
Simone Mahringer

Simone Mahringer

Propädeutikum Wien
Manuel Eidenberger

Manuel Eidenberger

Propädeutikum Kärnten

Anmeldung zum Psychotherapeutischen Propädeutikum der ÖGWG

Gesetzliche Voraussetzungen zur Absolvierung des psychotherapeutischen Propädeutikums. Bitte Zutreffendes ankreuzen:
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Liste der gesetzlichen Grundberufe zur Psychotherapieausbildung. Bitte Zutreffendes ankreuzen:
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