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GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DES PERSONZENTRIERTEN ANSATZES

Wolfgang W. Keil [1]  


1. Zur Entstehung des Konzepts von Carl Rogers

Das Konzept von Carl Rogers wurde zunächst in den Bereichen von Beratung und Psychotherapie entwickelt, da es aber weit über diese Bereiche hinaus Beachtung und Verwendung gefunden hat, wird es generell als Personzentrierter Ansatz bezeichnet. Im Bereich der Psychotherapie ist es nun unter den Bezeichnungen "Klientenzentrierte Psychotherapie" oder "Person(en)zentrierte Psychotherapie" oder auch "Gesprächspsychotherapie" etabliert. [2]

Rogers hat selbst wiederholt den engen Zusammenhang seines Denkens und seines Werks mit seinen persönlichen Lebenserfahrungen dargestellt. [3] Dabei hat er u.a. die "frühe emotionale Einsamkeit" und die "liebevolle Einengung" in einer pietistisch-fundamentalistischen familiären Atmosphäre sowie den Gegensatz zwischen seiner Ausbildung auf einem streng behavioristischen psychologischen Institut und der Praxis in einer tiefenpsychologisch und an der "Beziehungstherapie" von Rank orientierten Erziehungsberatung als prägend hervorgehoben. [4]

 

Als Geburtsstunde des Klientenzentrierten Therapie gilt (nachträglich) ein Vortrag [5], den Carl Rogers als junger Professor für Psychologie der Ohio State University am 11. Dezember 1940 an der University of Minnesota gehalten hat, der auch in abgewandelter Form in Kapitel 2 seines Buches aus dem Jahre 1942/1972 "Counseling and psychotherapy" veröffentlicht ist ("Minnesota-chapter"). Leitend ist dabei die Abgrenzung zu den gängigen Praxisformen und Paradigmen jener Zeit, der Psychoanalyse und des Behaviorismus. Noch weit davon entfernt, damit einen eigenen Ansatz in Beratung und Psychotherapie zu begründen, betonte Rogers – in weiterer Folge in großer Übereinstimmung mit Prinzipien der erst zwanzig Jahre später institutionalisierten Humanistischen Psychologie – u.a. die Erfahrungsnähe in der Konzeptualisierung seines praktischen Vorgehens, die Fähigkeit von Klienten zu Selbstregulation, Wachstum und Selbstverantwortung, die grundsätzliche Vertrauenswürdigkeit von Klienten als Experten ihrer eigenen Probleme und Lösungen. So lautete denn seine damalige Eingangsthese, die das "non-direktive" Element seiner Auffassung von Beratung und Psychotherapie hervorhebt: "Wirksame Beratung besteht aus einer eindeutig strukturierten, gewährenden Beziehung, die es dem Klienten ermöglicht, zu einem Verständnis seiner selbst in einem Ausmaß zu gelangen, das ihn befähigt, aufgrund dieser neuen Orientierung positive Schritte zu unternehmen" (Rogers, 1942/1972, 28). Ihm war insbesondere daran gelegen, repressiven und autoritären Tendenzen sowohl hinsichtlich der Behandlungsziele wie auch der Mittel in der therapeutischen Praxis gegenzusteuern. Da eine Beeinflussung von Seiten des Psychotherapeuten auch beim besten Willen nie ganz auszuschalten ist, hat Rogers aber bald wieder vom Terminus der "Nicht-Direktivität" zugunsten des Begriffes "klientenzentriert" Abstand genommen.

 

Rogers selbst kam in den 20er Jahren mit der Psychoanalyse am "Child Guidance Center" in New York City in Berührung. Zwar war er angetan vom Augenmerk, das auf die Innenwelt der Klienten gelegt wurde, jedoch erschien ihm die Arbeitsweise des Analytikers als "kalt", unnahbar und zu "detektivisch" sowie die therapeutische Beziehung als zu einseitig. Während in Bezug auf "Nicht-Direktivität" und relative Unstrukturiertheit der therapeutischen Situation sowie emotionales Mitschwingen ("gleichschwebende Aufmerksamkeit" als phänomenologische Unvoreingenommenheit) und z.T. Einsichtsorientierung noch Ähnlichkeiten zwischen psychoanalytischer und klientenzentrierter Praxis auszumachen sind, legte Rogers u.a. beeinflusst von Otto Rank und dessen Schule (vgl. Pfeiffer, 1990) mehr Wert auf: Hier-und-Jetzt, emotionale Involvierung, korrigierende Beziehungserfahrungen der Klienten mit einem realen Gegenüber, Eigenwille des Klienten und die Abschwächung der "Deutungsmacht" des Psychotherapeuten. Der pessimistischen Perspektive in der klassischen Psychoanalyse bezüglich der Natur des Menschen setzt Rogers eine bis an sein Lebensende ungebrochene Überzeugung von den organismischen Entfaltungspotenzialen des Menschen entgegen, die "nur" eines bestimmten Beziehungsklimas bedürfen, damit sie auch aktualisiert werden können (vgl. z.B. Rogers, 1957b). Statt einer systematischen Analyse der Übertragungs-/ Gegenübertragungsdynamik sieht er in der Übertragung ein Phänomen, das keiner besonderen Betrachtung unterzogen werden muss. Wie anderen Erscheinungen auch sollte diesem mit derselben Grundhaltung begegnet werden. Zum eigentlichen therapeutischen Wirkfaktor wird die reale Beziehungserfahrung als solche erhoben. Auch an dieser Position hält er Zeit seines Lebens fest (vgl. dazu 1951/1973; 1987/1990). Allgemein lässt sich hier anmerken, dass das klientenzentrierte Projekt einer spekulativen Metapsychologie (wie sie in der Psychoanalyse z.B. in Form von Strukturmodell bzw. psychischen Instanzen, Libidotheorie, Todestrieb, Ödipuskomplex vorliegt) sehr kritisch gegenüber steht.

 

Im Gegensatz zum Behaviorismus mit seinen mechanistischen Zügen, wie sie im früheren Black-box- bzw. Maschinenmodell sowie in den lerntheoretisch fundierten Konditionierungskonzepten zum Ausdruck kamen, wird der Mensch als ein schöpferisches und zu freier Entscheidung fähiges Wesen betrachtet. Dementsprechend wurde einer Individuumszentrierung statt einer Problemzentrierung und der Betonung persönlicher Entwicklung statt einer Verhaltensregulierung der Vorzug eingeräumt. Die naturwissenschaftlich-experimentelle Ausrichtung unter Vernachlässigung zutiefst menschlicher Qualitäten wie z.B. Erleben, Phantasien und persönliche Motive wurde als zu eng, zu starr und dem menschlichen Wesen nicht genügend Rechnung tragend zurückgewiesen. Die therapeutische Praxis sollte – in phänomenologischer Tradition - einen Raum für die Erfahrungswelt der Klienten eröffnen. Die empirisch-statistische Tradition sollte der Psychotherapieforschung vorbehalten sein, als deren Pionier Rogers betrachtet werden kann.

 

Somit lässt sich resümieren, dass Rogers in seinen frühen Schriften bereits die Richtung seiner weiteren Theoriebildung z.B. in Bezug auf Prämissen in seinem Menschenbild, also vor allem das Postulat der Aktualisierungstendenz, aber auch in Hinblick auf Persönlichkeitstheorie und Therapietheorie angedeutet, wenn auch noch nicht ausformuliert hat. Diese Entwicklungslinien werden noch deutlicher anhand der einzelnen theoretischen Konzepte erkennbar, wie sie im Folgenden skizziert werden.

 

 

2. Entwicklungsphasen der Klientenzentrierten Psychotherapie

Es gibt eine Reihe von Vorschlägen, anhand signifikanter Wandlungen und wesentlicher Theorieschübe Entwicklungsphasen des Personzentrierten Ansatzes zu unterscheiden (vgl. Hart, 1970; Pavel, 1978; Pfeiffer, 1977; Van Balen, 1992; Swildens, 1992; Schmid und Keil, 2001). Zu beachten ist, dass diese nicht strikt getrennt aufeinanderfolgen, sondern fließende Übergänge und Überlappungen zeigen. Lietaer (1992) hat die Entwicklung des Kernkonzepts als Entwicklung von der Nicht-Direktivität hin zur Erfahrungsgerichtetheit als Mittelpunkt beschrieben. In Übereinstimmung mit einigen bereits erwähnten Charakteristika des Ansatzes und seiner Geschichte lassen sich folgende Abschnitte in der Ausformung der Personzentrierten Psychotherapie zusammenfassen:

 

1.) „Nicht-direktive“ Phase (ca. 1940 - 1950) (vgl. dazu Rogers, 1940/1992; 1942/1972): Sie ist eher negativ definiert, d.h. dadurch, was der Ansatz nicht ist, und auch dadurch, was nicht sein soll, nämlich direktiv bzw. klassisch analytisch zu sein. An Techniken sind zu nennen: "clarification of feelings" (Klarstellung), Rapport (Akzeptierung), Katharsis und Einsicht in Bezug auf das Selbst auf der Basis von Gefühlen sowie Interpretationen, die der Klient sich zu eigen macht.

 

2.) „Klientenzentrierte“ Phase (ca. 1950 – 1960) (vgl. dazu Rogers, 1951/1973)

Hier liegt der Fokus auf der Selbstexploration (des Klienten), seinem Selbstkonzept, phänomenalen Feld bzw. inneren Bezugsrahmen und den Bedeutungen, die mit den Gefühlen des Klienten verbunden sind. „Der Therapeut dient nicht mehr nur als Spiegel, sondern wird zu einem Gefährten, der den Klienten bei seiner Suche in einem tiefdunklen und dicht verwachsenen Wald begleitet. ... Bisweilen ist der Berater bei dem Klienten, mitunter ist er ihm vielleicht voraus, und manchmal hinkt er mit seinem Verstehen hinterher ... Der Therapeut (sagt) generell: ‚Ich versuche, mich in Ihrer Nähe aufzuhalten‘“ (Rogers, 1951/1973, 114). Dies ist ein Beispiel mehr, wie problematisch schematische Einteilungen sind: Zwar werden spezifische Einstellungen des Psychotherapeuten als ausschlaggebend angesehen und das Zitat zeigt schon eine Perspektive an, die Jahre später noch dezidierter vertreten wird, doch steht die (oftmals stereotyp angewandte) Technik des „reflection of feelings“ (vertieftes Spiegeln von Gefühlen vor allem durch Verbalisierung) gleichfalls hoch im Kurs. In diesen Fällen handelt es sich eher um eine "instrumentelle Empathie". Der Psychotherapeut selbst ist noch kaum "selbstoffenbarend", sondern ein "depersonalisiertes alter-ego“ des Klienten.

 

Die Ablehnung von psychologischer Diagnostik, aber auch des Übertragungskonzepts wird selbstbewusst vertreten. Gestalt nimmt ein durchgehender, in sich konsistenter Gesamtentwurf an, der auch eine eigenständige Persönlichkeitstheorie sowie motivations-, entwicklungstheoretische und ätiologische Überlegungen einschließt. Damit einher gehen Anwendungen jenseits der Psychotherapie im Einzelsetting mit Erwachsenen (z.B. Kinderpsychotherapie, Gruppenarbeit, Umsetzung im Bildungsbereich). Der personzentrierte Ansatz als Überbegriff für die Anwendung des Klientenzentrierten Konzepts in verschiedenen Berufsfeldern und gesellschaftlichen Bereichen zeichnet sich ab.

 

3.) „Erlebnisorientierte Phase“ („Experiencing“) (ca. ab 1960) (vgl. Rogers 1957/1991; 1959/1987; 1961/1973)

Zunehmend ist die Offenheit (Transparenz) des Psychotherapeuten sowie eine fundamentalere Form der Empathie bzw. eine noch unmittelbarere Bezugnahme auf die Erfahrungswelt, auf das „innere Erleben" des Klienten gefragt. In diesem Zusammenhang wird auch der Einfluss von Eugene Gendlin, einem Mitarbeiter Rogers‘ an der University of Chicago, sichtbar, der den experienziellen Aspekt in der Psychotherapie besonders elaboriert hat. Methodisch gesehen tritt mehr Flexibilität und ein größeres Repertoire an Interventionen zur Realisierung der Grundhaltungen in den Vordergrund (z.B. Nachfragen, Spiegeln, Ausdruck eigener Gefühle, nichtverbale Kommunikation). „Sich selbst einbringen, ohne sich aufzuerlegen“, heißt das Motto für den Psychotherapeuten (siehe Van Balen, 1992). Nun kommt auch der innere Bezugsrahmen des Psychotherapeuten zu seinem Recht, indem dieser sein (Selbst)Erleben oder auch seine Wertschätzung für den Klienten offenkundig macht. Dementsprechend setzt Rogers in seinem historischen Artikel (1957/1991) über die „notwendigen und hinreichenden Bedingungen für Persönlichkeitsentwicklung durch Psychotherapie“ bei der Therapeutenhaltung die Kongruenz an die oberste Stelle. Hier macht sich die Begegnungsphilosophie Martin Bubers, mit dem Rogers im Jahre 1957 einen denkwürdigen Dialog führte, bemerkbar (vgl. dazu Kirschenbaum und Henderson, 1990, 41-63; GwG, 1992; Beck, 1991). Aber es gibt noch andere Gründe für diese allmähliche „Wende“: Die (stationäre) Arbeit mit schizophrenen Patienten im Rahmen des „Wisconsin-Projektes“ (1957-1963) erfordert ein Überdenken des gefühlsreflektierenden Vorgehens. An Selbstexploration des Klienten ist hier nur sehr entfernt zu denken. Vielmehr braucht es die Selbsteinbringung des Psychotherapeuten. Auch eine Anfang der 50er Jahre durch die therapeutische Arbeit mit einer Klientin ausgelöste persönliche Krise von Rogers selbst und eine daran anknüpfende Eigentherapie mögen eine Rolle in der methodischen Neubewertung gespielt haben (vgl. Pfeiffer, 1977; Kirschenbaum, 1995, 28f.).

 

Der Personzentrierte Ansatz etabliert sich mit seinem umfassenderen Anspruch einer personzentrierten Kommunikationstheorie (vgl. Rogers, 1959/1987, 61), also allgemein für den Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen, über das psychotherapeutische Einsatzgebiet, das nur als Sonderfall betrachtet wird, hinaus (z.B. Erziehung, Familie, Selbsterfahrungs-/ Encountergruppen, interkulturelle Konflikte).

 

4.) Phase der Diversifikation (ca. ab 1980): Viele Praktiker, die sich auf den Personzentrierten Ansatz berufen, fühlen sich von den einfach scheinenden Grundaussagen (vor allem dem humanistischen Menschenbild und der Therapietheorie) der Personzentrierten Psychotherapie angezogen. Dabei wurden und werden aber naturgemäß eine Fülle von Ergänzungen und Abwandlungen des klassischen Konzeptes vorgenommen, das ja seinerseits, wie wir eben demonstriert haben, selber einen längeren Entfaltungsprozess hinter sich hat. Der Tod von Rogers (1987) hat diese Entwicklung wohl auch mitbedingt, ist jedoch nicht ursächlich dafür. Derartige Auffächerungen sind in der Psychotherapiegeschichte durchgehend in allen Ansätzen erkennbar, auch wenn die Gründerpersönlichkeiten noch am Leben waren.

 

Wir schlagen bzgl. der Weiterentwicklung des Konzepts der Klientenzentrierten Therapie eine systematische Unterscheidung von drei Grundorientierungen des therapeutischen Vorgehens vor (vgl. Keil, 1997):

  • Eine klassische (nicht-direktive), jedoch z.T. fundamentalistische Strömung mit einem ausschließlichen Vertrauen auf das Potenzial des Klienten bzw. auf die (kongruente, bedingungslos wertschätzende und empathisch verstehende) Präsenz des Psychotherapeuten. "The essence of person-centered therapy is the therapist's dedication to going with the client's direction, at the client's pace and in the client's unique way of being." (Bozarth, 1998, 9). Brodley & Brody (1996, 371) postulieren dabei die völlige "Absichtslosigkeit" des Therapeuten: "Client-centeredness involves a profoundly non-diagnostic mindset." Prouty (2001) fasst dies so zusammen, dass die Nicht-Direktivität (obwohl sie Rogers nicht formell in seine Definitionen aufgenommen hat) das wesentliche Charakteristikum der Klientenzentrierten Therapie sei. Schmid betont dabei vor allem die Personzentrierung. "Ziel des therapeutischen Prozesses jedoch bleibt die volle - also wechselseitige und symmetrische - personale Begegnung, bei der beide Personen in tiefer und freier Weise einander als Personen gegenübertreten und somit, einerseits eins werdend, sich andererseits als jeweils Andere anerkennend, einander als Personen gegenwärtig sind und vergegenwärtigen." (Schmid, 1994, 272). Schmid folgert daraus auch eine grundlegende Unvereinbarkeit von Methoden und Techniken mit der Klientenzentrierten Therapie. "Die Un-Mittel-barkeit entsteht durch das Zerfallen der Mittel (Buber), die trennend zwischen uns stehen: Begegnung ist Sein ohne Mittel und mittellos, somit unmittelbares Erleben (Levinas). Das setzt zuallererst den Verzicht auf Techniken, Methoden, Mittel voraus, die als Schutz dienen, um solches, das einem 'wider-fährt', auf den Leib rückt, abzuwehren." (Ebd. 275).

  • Viele, vor allem klinisch erfahrene, Klientenzentrierte Therapeuten bestreiten, dass die Grundhaltung eine völlige diagnostische Absichtslosigkeit fordert, sie finden vielmehr ein diagnostisch relevantes Wahrnehmen (von Unterschieden im Erleben des Klienten) unverzichtbar. Gerade darin unterscheidet sich Psychotherapie ja von anderen Interaktionsformen, dass sie sich speziell mit dem Bereich des abwehrenden Selbst und der verleugneten und verfälschten organismischen Erfahrungen befasst. Dementsprechend möchten wir von einer Grundorientierung, die sich allein auf die Verwirklichung der Grundhaltung bezieht und damit die personale Beziehung in den Mittelpunkt stellt, eine spezifisch klinisch ausgerichtete Orientierung unterscheiden. Bei dieser bemüht der Therapeut sich nicht bloß um die Verwirklichung der Grundhaltung, sondern er hat darüber hinaus die spezielle „Absicht“, gestörtes Erleben zu erfassen und zu verstehen und damit das Gewahrwerden von Inkongruenz zu ermöglichen. Die klinische Orientierung umfasst u.a. phasen- und störungsspezifische Ausdifferenzierungen wie etwa die Prozessorientierte Gesprächspsychotherapie von Swildens (mit einem expliziten existenzphilosophischen Hintergrund), die Interaktionelle Orientierung (van Kessel & van der Linden, 1991/1993; van Kessel & Keil, 2002), bei welcher die Beziehungsgestaltung durch den Klienten im Mittelpunkt steht, oder Protagonisten, die eher einen phänomenologisch-hermeneutischen bzw. phänomenologisch-deskriptiven (empirisch belegten) Standpunkt einnehmen (Binder & Binder, 1991; 1994; Finke, 2004; Biermann-Ratjen, Eckert & Schwartz, 2004; Teusch & Finke, 1993; Speierer, 1994; u.a.m.) sowie solche mit einer dezidiert interaktionell-dialogischen Gewichtung (Pfeiffer, 1977; 1990).

  • Eine dritte Grundorientierung therapeutischen Vorgehens lässt sich in der auf Gendlin zurückgehenden Tradition der „experiential therapy“ ausmachen. Den Ausgangspunkt bildet hier die Erfahrung, dass sich die für therapeutische Veränderung nötige Tiefung des Erlebens auch bei Verwirklichung der Grundhaltungen nicht in allen Fällen „von selbst“ ergibt. Wenn die Person in ihrem „strukturgebundenen Erleben“ verfangen ist, bedarf die „Wiederherstellung“ des vertiefenden Experiencingprozesses eines Anstosses, der von außen, d.h. von einer anderen Person kommt (vgl. Gendlin, 1964/1978). Dementsprechend hat der Psychotherapeut hier die „Absicht“, neben der Verwirklichung der Grundhaltungen einen der Psychotherapie adäquaten Erlebensprozess beim Klienten anzustoßen und zu ermöglichen. Eingang gefunden hat dieser Schwerpunkt auch - erweitert um kognitiv-informationstheoretische Konzepte - im "Process-Experiential"-Ansatz von Greenberg, Rice & Elliott (2003) (vgl. auch Greenberg, Watson & Lietaer, 1998) und - erweitert um allgemeinpsychologische Konzepte - in der Zielorientierten Gesprächspsychotherapie nach Sachse (1992).

 

3. Die Verbreitung der Personzentrierten Ansatzes

Schon zu Rogers' Lebzeiten hatte sich die Klientenzentrierte Psychotherapie über die ganze Welt ausgebreitet. In Nordamerika sind nach einem anfänglichen Boom lediglich einige Zentren übergeblieben, in denen vor allem theoretische Auseinandersetzung, personzentrierte Forschung und auch Ausbildung im Bereich von Therapie und Beratung betrieben werden. Als Beispiele seien hier das Center for the Studies of the Person in La Jolla, Kalifornien, des weiteren Person–Centered International in Watkinsville, Georgia oder das Focusing–Institute in New York genannt. Erwähnt werden soll auch, dass — über die Psychotherapie hinaus — vor allem in den Sechzigerjahren in den USA eine größere Zahl von Konzepten und manualisierten Programmen zur Selbsthilfe auf verschiedenen Gebieten entwickelt wurden. Dazu zählen unter anderem die Elternschulung („Filial Therapy“) und das „Relationship Enhancement“ der Guerneys (Guerney, Guerney & Andronico, 1970; Guerney, 1984) oder das „Offene Gespräch“ in der Ehe von Berlin (1975). Am verbreitetsten ist wohl das „Parent Effectiveness Training“ von Gordon, das im deutschen Sprachraum als „Familienkonferenz“ (Gordon, 1989) bekannt wurde. Dieses Konzept wurde in der Folge auch für die Kommunikation in Organisationen, im schulisch–pädagogischen Bereich und im Gesundheitswesen adaptiert; bis heute haben es sich weltweit etwa anderthalb Millionen Menschen angeeignet. Weltweit verbreitet hat sich seit damals aber vor allem auch das Focusing von Gendlin, das sowohl innerhalb wie außerhalb der Psychotherapie verwendet wird (vgl. Gendlin, 1998a; 1998b).

 

In jüngster Zeit haben zwei weitere Konzepte für personzentrierte Kommunikation, die in den USA entwickelt wurden, in Europa eine besonders starke Verbreitung gefunden. Es handelt sich dabei zum Einen um die „Motivierende Gesprächsführung“ von Miller und Rollnick (2002), die sich besonders um das Verständnis und die Nutzung von „Widerstandsverhalten im change-talk“ bemüht. Zum Anderen geht es um die „Gewaltfreie Kommunikation“, die von Marshall Rosenberg (2007) entwickelt wurde, die im gesamten psychosozialen Feld Anwendung findet.

 

Eine große Verbreitung des Ansatzes fand in Japan statt, wo die erste und bislang einzige Gesamtausgabe der Werke von Rogers erstellt wurde; in Südamerika etablierten sich ab 1970 zahlreiche Zentren, Konferenzen und Ausbildungsprogramme.

 

Der Schwerpunkt der Entwicklung liegt gegenwärtig aber eindeutig in Europa (Thorne & Lambers, 1998). In Holland und Belgien erschienen bereits 1949 die ersten Veröffentlichungen zur Klientenzentrierten Therapie, 1964 wurde in Leuven das erste Ausbildungsprogramm geschaffen. Die niederländischen und flämischen Vereinigungen zeichnen sich seither durch einen hohen fachlich–professionellen Status in Theorie und Praxis aus. Germain Lietaer und seine Mitarbeiter an der Universität Leuven haben sich neben anderen in besonderer Weise für die Auseinandersetzung und Integration von Klientenzentrierter und Experienzieller Therapie eingesetzt.

 

In Großbritannien breitete sich der Personzentrierte Ansatz, ausgehend vom Bereich der Eheberatung, zunächst vor allem in der Praxis aus. Mittlerweile ist das konzeptuell besonders prägnante Person-Centred Counselling auch im universitären Bereich gut vertreten. Eine Schlüsselfigur in England war Charles Devonshire, der das Centre for Cross–Cultural Communication mitbegründete, das in der Folge auch die bekannten interkulturellen Workshops und Encounter unter anderem in etlichen Ländern des ehemaligen Ostblocks organisiert hat (Devonshire & Kremer, 1978).

 

In Deutschland wurde die Klientenzentrierte Therapie schon Ende der Fünfzigerjahre, allerdings unter dem missverständlichen Begriff „Gesprächspsychotherapie“, von Reinhard Tausch (1973) eingeführt. Annemarie und Reinhard Tausch kommt weiters das Verdienst zu, hier sowohl für eine umfangreiche empirische Therapieforschung wie auch für eine weite Verbreitung der Encounter–Gruppen gesorgt zu haben. Konterkariert wird dieses Engagement allerdings dadurch, dass Reinhard Tausch (1989; 1994) in letzter Zeit die Klientenzentrierte Therapie als nicht immer ausreichend darstellt und für deren eklektische Ergänzung unter anderem durch verhaltenstherapeutische Vorgangsweisen plädiert. Für den außertherapeutischen Bereich sei hier auf die umfangreichen Arbeiten von Schulz von Thun (1981; 1989; 1998) zur personzentrierten Kommunikation verwiesen. Als institutionelle Basis in Deutschland dient vor allem die 1970 gegründete Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG), in der neben einem empirisch–positivistischen auch ein phänomenologisch–existenzialistisches Verständnis der Klientenzentrierten Therapie verankert ist. Die GwG betreibt einen eigenen Verlag und gibt die Zeitschrift „Gesprächspsychotherapie und personzentrierte Beratung“ (vormals „GwG Zeitschrift“, davor „GwG–info“: Köln, GwG-Verlag, 1970ff) heraus. Zur Zeit kämfen die mittlerweile etablierten psychologischen und ärztlichen Vereinigungen für Gesprächspsychotherapie (DPGG und ÄGG) Jahren zusammen mit der GwG für die noch immer ausständige sozialversicherungsrechtliche Anerkennung der Klientenzentrierten Therapie. Als Nebeneffekt ergab sich dabei eine stark klinische Ausrichtung, die unter anderem eigene Ansätze zu einer Entwicklungslehre (Biermann-Ratjen et al., 2004), Störungsätiologie und störungsspezifischen Methodik (Speierer, 1994) bzw. einem „zielorientierten“ Vorgehen (Sachse, 1992) hervorgebracht hat. Sachse (2003) subsummiert jedoch mittlerweile seinen nun zur Klärungsorientierten Psychotherapie weiter entwickelten Ansatz unter die Verhaltenstherapie.

 

In der Schweiz haben die ersten Therapieausbildungen schon in den frühen Siebzigerjahren und zunächst noch im Zusammenhang mit der GwG stattgefunden. Seit 1979 besteht die Schweizerische Gesellschaft für den Personzentrierten Ansatz (psa.acp), die mittlerweile alle drei großen Sprachgruppen des Landes umfasst. Auch der Sitz des Personzentrierten Weltverbandes befindet sich in der Geschäftsstelle der SGGT. Während sich in der Westschweiz ein weiterer grenzübergreifender, frankophoner Verband für Personzentrierte Therapie gebildet hat, besteht schon seit längerem in Wil ein kleines Zentrum, das Gesprächstherapie, Focusing und Körpertherapie (GFK) integrieren möchte.

 

In Österreich sind im Rahmen der staatlichen Regelungen für die Psychotherapie drei Institutionen für die Aus– und Weiterbildung in Klientenzentrierter bzw. Personzentrierter Psychotherapie autorisiert. Neben der ÖGwG (Österreichische Gesellschaft für wissenschaftliche klientenzentrierte Psychotherapie und personorientierte Gesprächsführung) und der in zwei Sektionen differenzierten APG (Arbeitsgemeinschaft für Personenzentrierte Psychotherapie, Gesprächsführung und Supervision) hat sich zuletzt noch die VRP (Vereinigung Rogerianische Psychotherapie) gebildet. Die österreichischen Vereinigungen geben gemeinsam mit der SGGT, DPGG und ÄGG die Internationale Zeitschrift für Personzentrierte und Experienzielle Psychotherapie und Beratung PERSON (Wien, WUV-Facultas, 1997ff) heraus.

 

Rogers lehnte es (unter dem Eindruck von Orthodoxie– und Rigorismusproblemen anderer Schulen) zeitlebens ab, einen methodenspezifischen Verband zu gründen (Rogers 1986f). So dauerte es zehn Jahre nach seinem Tod, bis in Lissabon 1997 auf österreichische Initiative die Gründung des Personzentrierten Weltverbandes (WAPCCP), hervor­gegangen aus den seit 1988 stattfindenden großen internationalen Konferenzen (ICCCEP: International Conferences on Client–Centered and Experiential Psycho­therapy), in die Wege geleitet und 1998 in Luxemburg das Europäische Netzwerk (NEAPCCP 1998) gegründet wurde, das nunmehr in den Weltverband integriert ist.

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[1]  Der vorliegende Text besteht zu einem großen Teil aus einer Überarbeitung der historischen Darstellung zu Beginn des Beitrags von Gerhard Stumm und Wolfgang W. Keil (2002): Das Profil der Klienten- /Personzentrierten Psychotherapie (In: W.W. Keil & G. Stumm (Hrsg.), Die vielen Gesichter der Personzentrierten Psychotherapie. Wien: Springer, S. 1-62)

[2]  Im vorliegenden Text werden diese drei Begriffe trotz ihrer manchmal unterschiedlichen Akzentsetzungen, Selbstverständnisse und Konnotationen synonym verwendet. 

[3]  Vgl. das 1. Kapitel in Rogers, 1961/1973 oder das 7. Kapitel in Rogers & Rosenberg, 1977/1980

[4]  Zur Biografie Rogers' und zur Geschichte und Entwicklung des Personzentrierten Ansatzes vgl. Kirschenbaum, 1979; 1995; Thorne, 1992; Barrett–Lennard, 1998; Groddeck, 2002.

[5]  Eine deutsche Übersetzung des Manuskripts findet sich in Stipsits und Hutterer, 1992, S. 15-38.