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Personzentrierte Säuglings-, Kinder und Jugendlichenpsychotherapie 

WEITERBILDUNGSCURRICULUM


1. Einführungsseminar (16 AE)
Kennenlernen der WeiterbildnerInnen, der Weiterbildungsgruppe und Inhalte der Weiterbildung

2. Therapeutenpersönlichkeit / Praxeologie (24 AE)
Zugang zur eigenen Kindheit, eigene Spielgeschichte. Rekonstruktion eigener Bindungs- und Beziehungserfahrungen.  In Beziehung sein mit einem sich entwickelnden Selbstkonzept als therapeutische Herausforderung. Besprechen und Abschließen des Weiterbildungsvertrages.

3. Persönlichkeitstheorie (16 AE)
wird aus dem personzentrierten Fachspezifikum angerechnet.
Persönlichkeitstheorie nach C. ROGERS und weiterführende Konzepte.

4. Therapietheorie (16 AE)
wird aus dem personzentrierten Fachspezifikum angerechnet.
Empathie, Wertschätzung und Kongruenz als tragende Elemente der therapeutischen Beziehung

5. Entwicklungstheorie (16 AE)
wird aus dem personzentrierten Fachspezifikum angerechnet.
Grundlagen der klientenzentrierten Entwicklungslehre

6. Klientenzentriertes / Spieltherapeutisches Beziehungskonzept / Praxeologie (24 AE)
Spieltheorien, die Bedeutung des Spiels in der kindlichen -Entwicklung, Spiel im therapeutischen Kontext. Referat: Emotionale Störungen im Kinder- und Jugendlichenalter (Angst, Zwang etc.)

7. Entwicklungspsychologie und bindungstheoretische Grundlagen / Theorie (16 AE)
Wahrnehmungsentwicklung und Entwicklung von frühem Bindungsverhalten, sowie Bindungsstörungen, altersgemäße Entwicklungsaufgaben in Bezug zur therapeutischen Arbeit, bindungsrelevante Schwerpunkte im Therapieprozess

8. Therapiebeginn / Praxeologie (24 AE)
Erstkontakt und Beziehungsaufnahme, Diagnosephase, prozessuale Spieldiagnostik , cirkuläre Verstehenshypothesen bilden, Erstinterview, Therapiezielabklärung, Setting, Rahmen, Referat: Verhaltensstörungen (ADHS, ADS)

9. Spieltherapeutische Prozessgestaltung / Praxeologie und 1. Screening (24 AE)
Indikatoren unterschiedlicher Prozessphasen, prozessgestaltende Möglichkeiten, Gruppen- und Ausbildnerreflexion der eigenen Prozesse

10. Umgang mit kreativen Medien / Praxeologie (32 AE)
Kennenlernen unterschiedlicher Modalitäten, Nutzen und Einbinden kindlicher und familiärer Ressourcen, Erlernen von Techniken: z. B.:  Therapeutische Geschichten, Arbeiten mit inneren und äußeren Bildern, Verwendung verschiedenster Materialien, Kennenlernen von prozess- und erlebnisaktivierenden Interaktionen, Referat: Psychosomatik

11. Diagnostik und Grundzüge systemischen Denkens / Theorie (16AE)
Projektive Testverfahren für Diagnostik und Intervention. Einführung in die unterschiedlichen Perspektiven, Systeme zu betrachten, um die Sinnhaftigkeit der kindlichen Symptomatik auch aus der Familiendynamik zu begreifen. Bündeln der unterschiedlichen Betrachtungsweisen zu Verstehenshypothesen.

12. Eltern, Familien und Umfeldarbeit  (24 AE) / Praxeologie
Einbindung  der  Hauptbezugssysteme der Kinder und Jugendlichen in den therapeutischen Prozess, um Verstehen und Akzeptanz kindlicher Veränderungen zu fördern  und mitzutragen. Von begleitender Elternarbeit bis zur klientenzentrierte Paar- und Familientherapie, Umgang mit angrenzenden Berufen (zB. Kinder- und Jugendhilfe) ; Referat:  Das Arbeiten mit traumatisierendem Erleben, sowie Traumafolgestörungen

13. Spezielle Aspekte der Jugendlichenpsychotherapie  (16 AE) / Theorie
Spezifische methodische Ansätze in der therapeutischen Arbeit mit Jugendlichen

14. Vertiefung des therapeutischen Spiels (und therapeutischen Kommunikation) sowie Therapiephasen  (24 AE) / Praxeologie
Interaktionsresonanz als Repräsentanz der spieltherapeutischen Kommunikation und Beziehungsgestaltung und ihr verbales Äquivalent in der Arbeit mit Jugendlichen. Referat: Pubertäts- und Identitätsstörungen

15. Störungsspezifisches Vorgehen (16 AE) / Theorie
Mit besonderer Berücksichtigung des jeweiligen Anwendungskontextes (Therapieprozess)

16. Der therapeutische Gesamtprozess  (16 AE) / Theorie
Erkennen und Gestalten des psychotherapeutischen Prozesses und die prozessuale Miteinbindung des Bezugssystems; Phasen und Abschluss des gesamten Prozesses

17. Abschluss der Weiterbildung und 2. Screening / Praxeologie (24 AE)
Persönlicher Abschluss und Abschied von der Weiterbildung, sowie Präsentation und Reflexionsgespräche von Abschlussarbeiten.

Die angeführten Referate werden von den TeilnehmerInnen eingebracht und in der Gruppe diskutiert.
Die beiden SCREENINGS sind Standortbestimmungen und reflexive Prozesse innerhalb der Weiterbildungsgruppe. Sie dienen zum Einen als Legitimation, innerhalb der Weiterbildung mit Kindern therapeutisch zu arbeiten, zum Anderen als Vorbereitung für die für den positiven Abschluss erforderliche Abschlussarbeit. Bei Bedarf ist eine, im SCREENING mit den LeiterInnen der Weiterbildung vereinbarte Anzahl von Einzelselbsterfahrungsstunden, erforderlich.


SELBSTERFAHRUNG

Selbsterfahrung ist als Gruppenselbsterfahrung im Ausmaß von mindestens 60 Stunden erforderlich. Inhaltlich Schwerpunkte sind dabei vor allem im ersten Drittel der Weiterbildung: Persönliche innere Spielräume, Spielfähigkeit, Beziehungsgestaltung zu den verschiedenen Altersgruppen, eigene Kindheitsgeschichte, Umgang mit kindlicher Regression und Aggression, innerer Bezugsrahmen zu den diversen Störungsbildern.

SUPERVISION 

20 AE Supervision sind in der laufenden Weiterbildungsgruppe integriert; 20 AE Gruppensupervision sowie 20 AE Einzelsupervision sind darüber hinaus erforderlich.

PRAXIS

Im Rahmen dieser Weiterbildung sind mind. 200 AE eigene Klientenzentrierte Psychotherapien mit Kindern und Jugendlichen zu erbringen.

ABSCHLUSS 

Der Abschluss kann nur nach mind. einjähriger Eintragung in die PsychotherapeutInnenliste erfolgen. Weitere Voraussetzungen sind Beendigung der gesamten Weiterbildung inklusive Abschlussarbeit (positive Reflexion innerhalb des Screenings) und Absolvierung der Supervisons- und Praxisstunden.
Die für den positiven Abschluss erforderliche Abschlussarbeit (schriftliche Falldarstellung, mindestens zwanzig Seiten über einen längeren Therapieprozess), wird in einem reflexiven Prozess innerhalb der Weitebildungsgruppe im Beisein von zwei WeiterbildnerInnen evaluiert.